Die häufigsten Themen
Grundlage ist unsere Auswertung von Gedächtnisprotokollen mündlicher Physikumsprüfungen mit zusammen rund 546.000 Wörtern. Die Zahl gibt an, wie oft ein Themenbegriff im Text genannt wird. Sie zeigt, welches Gewicht ein Thema in den Protokollen hat, nicht die Wahrscheinlichkeit, dass es in deiner Prüfung drankommt.
| Platz | Thema | Nennungen | Worauf die Fragen zielen |
|---|---|---|---|
| 1 | GFR, Clearance, Niere | 407 | Autoregulation, Gegenstromprinzip, Säure-Basen-Haushalt |
| 2 | ADH, Osmolarität, Diabetes insipidus | 372 | Wasserhaushalt und seine Regelung |
| 3 | Renin-Angiotensin-Aldosteron-System | 370 | Angiotensin II, Bildungsort und Wirkungen von Aldosteron |
| 4 | Ruhe- und Aktionspotenzial | 195 | Ionenströme, Gleichgewichtspotenziale, Einfluss von Kalium |
| 5 | Diuretika und Transporter | 179 | Wirkorte im Nephron, Folgen für die Elektrolyte |
| 6 | Sauerstoffbindungskurve | 163 | Verschiebungen durch pH, CO₂, Temperatur und 2,3-BPG |
| 7 | Compliance und Resistance | 92 | Druck-Volumen-Kurve, obstruktive und restriktive Störungen |
| 8 | Surfactant | 70 | Bildung, Oberflächenspannung, Folgen bei Mangel |
| 9 | Frank-Starling-Mechanismus | 25 | Druck-Volumen-Schleife des Herzens |
| 10 | Ventilation und Perfusion | 24 | Verteilung in der Lunge, Euler-Liljestrand-Mechanismus |
Die Niere dominiert: Die drei häufigsten Themen und das fünfte drehen sich um Filtration, Wasser- und Salzhaushalt. Wer den Weg von der GFR über ADH und das RAAS bis zur Wirkung der Diuretika als zusammenhängende Geschichte erzählen kann, hat einen großen Teil der Physiologieprüfung vorbereitet.
Regelmäßig tauchen außerdem auf: EKG und Erregungsleitung, die Messgrößen der Spirometrie, das Atemäquivalent, die Achsen von Hypothalamus und Hypophyse sowie Baro- und Chemoreflex.
Wie in Physiologie geprüft wird
In den Protokollen stehen Mechanismen, Kurven und Regelkreise im Mittelpunkt. Gern soll ein Graph skizziert werden, und dann kommt die Frage, was sich verändert, wenn ein Wert steigt oder fällt. Häufig wird eine kleine klinische Situation vorgegeben, etwa ein Schock, eine Hypoxie oder ein Nierenversagen, und du sollst herleiten, was im Körper passiert.
So erklärst du einen Mechanismus
Fast jedes Thema der Tabelle ist ein Regelkreis. Mit diesem Gerüst lässt es sich vollständig erzählen:
- Ausgangslage. Welcher Wert wird geregelt, und in welchem Bereich liegt er normalerweise?
- Fühler und Signal. Wer bemerkt eine Abweichung, und wie wird sie weitergegeben?
- Wirkung. Was verändert sich an welchem Organ, und über welchen Mechanismus?
- Störung und Klinik. Was passiert, wenn der Regelkreis ausfällt oder überreagiert?
Nenne Normwerte, wenn du sie sicher weißt, und begründe jede Veränderung, statt sie nur zu behaupten. Eine Antwort wie „die GFR sinkt, weil der effektive Filtrationsdruck abnimmt“ ist mehr wert als drei richtige Zahlen ohne Begründung.
Physiologie mündlich üben
- Kurven aus dem Kopf. Zeichne die wichtigsten Kurven ohne Vorlage, beschrifte sie und erkläre laut jede Verschiebung.
- Wenn, dann. Formuliere für jedes Kernthema drei Fragen nach dem Muster: Was passiert, wenn dieser Wert steigt?
- Fälle rückwärts lösen. Nimm ein klinisches Bild wie starken Durst mit großen Harnmengen und leite her, welche Regelung gestört ist.
- Zusammenhänge am Stück erzählen. Erkläre den Weg vom Blutdruckabfall bis zur Wirkung von Aldosteron, ohne abzusetzen.
Häufige Fragen
Was wird im mündlichen Physikum in Physiologie am häufigsten gefragt?
In den ausgewerteten Protokollen führt die Niere: GFR und Clearance, ADH und Osmolarität sowie das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System sind die drei häufigsten Themen.
Muss ich in der mündlichen Physiologieprüfung rechnen?
Teilweise. In den Protokollen wird gern mit Graphen gearbeitet und daraus abgeleitet, wie sich Werte verändern. Normwerte und einfache Zusammenhänge wie die Clearance solltest du sicher beherrschen.
Welche Kurven sollte ich für das mündliche Physikum zeichnen können?
Nach den Protokollen vor allem die Sauerstoffbindungskurve, die Druck-Volumen-Kurve der Lunge, die Druck-Volumen-Schleife des Herzens und den Verlauf eines Aktionspotenzials.
Quellen
Die Regeln stammen aus der Approbationsordnung für Ärzte in der zum Prüfdatum geltenden Fassung. Im Einzelfall entscheidet dein Landesprüfungsamt. Die Themenhäufigkeiten beruhen auf einer eigenen Auswertung von Gedächtnisprotokollen und sind ohne Gewähr.







