Ratgeber · Üben

Mündliches Physikum alleine üben

Fast jeder Ratgeber empfiehlt, das mündliche Physikum in einer Lerngruppe zu üben. Nicht jede und jeder hat eine. Hier steht, was eine Lerngruppe eigentlich leistet, wie du das meiste davon allein nachbaust und wo die Grenzen liegen.

Von Rohat Deniz Duman, Hippokrat.io · zuletzt geprüft am

Person von hinten am Schreibtisch am Abend, spricht in ein Smartphone, eine Lampe beleuchtet aufgeschlagene Notizen
Symbolbild, KI-generiert

Was eine Lerngruppe leistet

Eine Lerngruppe hilft nicht, weil drei Menschen mehr wissen als einer, sondern weil sie die Prüfungssituation nachstellt. Wenn du weißt, welche Aufgaben die Gruppe übernimmt, kannst du sie gezielt ersetzen:

Was eine Lerngruppe leistet und wie du es allein ersetzt
Was die Gruppe leistetSo baust du es allein nach
Du musst laut sprechenLaut erklären und dich dabei aufnehmen
Jemand fragt nachFragekarten, vorbereitete Nachfragen, eine Simulation mit Nachfragen
Es gibt ZeitdruckEin Timer mit einer Minute je Antwort
Die Reihenfolge ist nicht planbarFragen gemischt ziehen statt der Reihe nach
Jemand gibt RückmeldungDie eigene Aufnahme anhören, Rückmeldung durch eine Simulation
Du bist nervös, weil jemand zuhörtVor anderen erklären, bei einer echten Prüfung zuhören

Fünf Methoden, allein zu üben

1. Laut erklären und aufnehmen

Nimm dir ein Thema, starte die Sprachaufnahme am Handy und erkläre es zwei bis drei Minuten lang, als säße die Kommission vor dir. Hör dir die Aufnahme danach an. Du hörst sofort, wo du stockst, wo Füllwörter die Lücken füllen und wo dir die Struktur verloren geht. Das ist unangenehm, und genau deshalb wirkt es.

2. Fragen statt Stichworte

Schreib auf deine Karteikarten keine Stichworte, sondern Fragen, wie sie in der Prüfung gestellt werden: Wie ist das aufgebaut? Was ist daran besonders? Was passiert bei einem Ausfall? Zieh die Karten gemischt und beantworte jede laut, bevor du umdrehst.

3. Die Nachfrage vorwegnehmen

Auf eine gute Antwort folgt in der Prüfung meist eine Frage eine Ebene tiefer. Übe deshalb zu jeder Antwort die nächste Frage gleich mit: von der Struktur zur Versorgung, vom Mechanismus zur Störung, von der Störung zur Therapie. Die Seiten zu Anatomie, Physiologie und Biochemie zeigen, wohin die Nachfragen in den Protokollen typischerweise gehen.

4. Mit der Uhr antworten

In der Prüfung bleibt wenig Zeit zum Überlegen. Stell einen Timer auf eine Minute und beantworte eine Frage in dieser Zeit so vollständig wie möglich. In einer zweiten Runde ergänzt du, was du vergessen hast.

5. Skizzen aus dem Kopf

Zeichne ohne Vorlage und sprich dabei. Das trainiert zwei Dinge, die in der Prüfung gleichzeitig verlangt werden: die Struktur vor Augen haben und sie erklären.

Was eine Prüfungssimulation leisten kann und was nicht

Eine Simulation mit einem sprechenden KI-Prüfer schließt die Lücke, die beim Alleinüben am schwersten zu füllen ist: Jemand stellt Fragen, die du nicht vorbereitet hast, hakt nach, wechselt das Thema und setzt dich unter Zeitdruck. Zur Ehrlichkeit gehören auch die Grenzen:

  • Kann: laut prüfen, auf deine Antworten eingehen, nachfragen, die Zeit begrenzen und danach Rückmeldung geben.
  • Kann nicht: ein echtes Präparat in die Hand geben oder die Atmosphäre im Prüfungsraum vollständig ersetzen.
  • Ersetzt nicht: das Nachlesen. Eine Simulation zeigt dir, wo die Lücken sind. Schließen musst du sie selbst.

Bei Hippokrat.io wählst du Fach, Schwierigkeit und Stimme und wirst sofort per Sprache geprüft, Audio zu Audio, mit Nachfragen und Zeitdruck. Die ersten zwei Testprüfungen sind kostenlos, ohne Kreditkarte.

Ein Übungstag ohne Lerngruppe

  1. Nachlesen, 45 Minuten: ein Kernthema pro Fach.
  2. Laut erklären und aufnehmen, 30 Minuten: jedes Thema zwei Minuten lang, danach anhören.
  3. Fragekarten mit Timer, 20 Minuten: gemischt gezogen, eine Minute je Frage.
  4. Prüfungsgespräch, 20 bis 30 Minuten: eine Simulation oder jemand, der dich abfragt.
  5. Lücken schließen, 30 Minuten: gezielt nachlesen, was gehakt hat.

Wie du die Tage bis zur Prüfung insgesamt einteilst, steht in Die Wochen zwischen schriftlich und mündlich.

Häufige Fragen

Kann man sich allein auf das mündliche Physikum vorbereiten?

Ja. Entscheidend ist, dass du laut übst, unter Zeitdruck und mit Nachfragen. Das lässt sich mit Aufnahmen, Fragekarten, einem Timer und einer Simulation weitgehend ohne Gruppe herstellen.

Wie oft sollte ich die Prüfungssituation durchspielen?

Mehrmals, und mindestens einmal in voller Länge von 45 bis 60 Minuten. Erst dann merkst du, wie sich die Konzentration über die ganze Prüfung hält.

Wo finde ich eine Lerngruppe für das Physikum?

Oft über die Fachschaft oder die Chatgruppen deines Semesters. Wer niemanden findet, übt nicht schlechter, sondern baut die Aufgaben der Gruppe bewusster nach.

Darf ich vor meiner eigenen Prüfung bei einer anderen zuhören?

Ja, wenn du selbst schon zugelassen bist. Die oder der Vorsitzende muss bis zu fünf zugelassenen Studierenden das Zuhören gestatten (§ 15 Abs. 5 ÄApprO).

Quellen

Die Regeln stammen aus der Approbationsordnung für Ärzte in der zum Prüfdatum geltenden Fassung. Im Einzelfall entscheidet dein Landesprüfungsamt. Die Themenhäufigkeiten beruhen auf einer eigenen Auswertung von Gedächtnisprotokollen und sind ohne Gewähr.