Die häufigsten Themen
Grundlage ist unsere Auswertung von Gedächtnisprotokollen mündlicher Physikumsprüfungen mit zusammen rund 546.000 Wörtern. Die Zahl gibt an, wie oft ein Themenbegriff im Text genannt wird. Sie zeigt, welches Gewicht ein Thema in den Protokollen hat, nicht die Wahrscheinlichkeit, dass es in deiner Prüfung drankommt.
| Platz | Thema | Nennungen | Worauf die Fragen zielen |
|---|---|---|---|
| 1 | Häm-Stoffwechsel, Bilirubin, Porphyrien | 803 | Regulation der Synthese, Abbau, Ikterus, Porphyrien |
| 2 | Cholesterin und Lipoproteine | 524 | Schlüsselenzym der Synthese, Wirkung der Statine, Lipoproteine |
| 3 | Harnstoffzyklus | 208 | Transaminierung, Entgiftung von Ammoniak, Hyperammonämie |
| 4 | Atmungskette und oxidative Phosphorylierung | 167 | Komplexe, Hemmstoffe, Entkopplung |
| 5 | Glykolyse | 151 | Regulation, Pyruvat als Schaltstelle |
| 6 | Glutathion und Redoxsystem | 122 | NADPH aus dem Pentosephosphatweg, Schutz des Erythrozyten |
| 7 | Citratzyklus | 118 | Enzyme, Regulation, auffüllende Reaktionen |
| 8 | Signaltransduktion | 108 | G-Protein-gekoppelte Rezeptoren, Rezeptor-Tyrosinkinasen |
| 9 | Pentosephosphatweg | 76 | Bildung von NADPH, Verbindung zur Glykolyse |
| 10 | Zellzyklus und p53 | 56 | Kontrollpunkte, Tumorsuppression |
| 11 | Enzymkinetik | 53 | Michaelis-Menten, Hemmtypen |
| 12 | Purinstoffwechsel und Gicht | 38 | Wiederverwertung der Purine, Harnsäure |
Häm-Stoffwechsel und Cholesterin kommen zusammen auf mehr Nennungen als die nächsten fünf Themen gemeinsam. Beide eignen sich besonders gut für die typische Bewegung vom Molekül zur Klinik: vom Enzym über seine Regulation zum Defekt und zur Therapie.
Dazu kommen regelmäßig Replikation und DNA-Reparatur, die Synthese von Purinen und Pyrimidinen samt ihrer Hemmstoffe, die Eicosanoide, die Enzymklassen sowie Schilddrüsenhormone und Katecholamine.
Wie in Biochemie geprüft wird
Laut den Protokollen beginnt die Biochemieprüfung oft mit dem Erkennen einer Struktur, etwa eines kleinen Moleküls, eines Coenzyms oder eines Peptids. Von dort geht es zu Funktion und Regulation und dann zur Pathologie. Besonders gefragt sind Mechanismen: wie ein Enzym reguliert wird, was ein Hemmstoff bewirkt und woran man einen Defekt im Labor erkennt. Zeichnen wird häufig verlangt.
So sprichst du einen Stoffwechselweg
Einen Stoffwechselweg Schritt für Schritt aufzusagen wirkt fleißig, beantwortet aber selten die eigentliche Frage. Stärker ist diese Reihenfolge:
- Sinn des Weges. Was wird gebildet oder abgebaut, und wofür braucht der Körper das?
- Ort und Schlüsselschritt. Wo läuft der Weg ab, und welches Enzym bestimmt die Geschwindigkeit?
- Regulation. Was aktiviert oder hemmt diesen Schritt?
- Störung. Was passiert bei einem Enzymdefekt oder unter einem Medikament, und wie zeigt sich das?
Die Einzelschritte folgen, wenn danach gefragt wird. Kenne die entscheidenden Zwischenprodukte sicher und ergänze den Rest auf Nachfrage.
Biochemie mündlich üben
- Strukturen erkennen. Übe mit Abbildungen von Coenzymen, Aminosäuren und kleinen Molekülen, bis du sie benennen und ihre Funktion erklären kannst.
- Wege aus dem Kopf zeichnen. Skizziere Häm-Synthese, Harnstoffzyklus und Glykolyse ohne Vorlage und markiere die regulierten Schritte.
- Vom Medikament zum Weg. Nimm ein Medikament wie ein Statin und erkläre, an welchem Schritt es angreift und was daraus folgt.
- Kurven deuten. Zeichne eine Michaelis-Menten-Kurve und erkläre laut, wie sie sich unter verschiedenen Hemmtypen verändert.
Häufige Fragen
Was wird im mündlichen Physikum in Biochemie am häufigsten gefragt?
In den ausgewerteten Protokollen liegen der Häm-Stoffwechsel mit Bilirubin und Porphyrien sowie Cholesterin mit Statinen und Lipoproteinen weit vorn, danach folgt der Harnstoffzyklus.
Heißt das Fach im Physikum Biochemie oder Molekularbiologie?
Die Approbationsordnung nennt es Biochemie/Molekularbiologie (§ 22). Mündlich gehören damit auch Themen wie Replikation, DNA-Reparatur und Zellzyklus dazu.
Muss ich im mündlichen Physikum Strukturformeln zeichnen?
Für die Kernmoleküle solltest du das können. In vielen Protokollen beginnt die Prüfung mit dem Erkennen einer Struktur, und Zeichnen wird häufig verlangt.
Quellen
Die Regeln stammen aus der Approbationsordnung für Ärzte in der zum Prüfdatum geltenden Fassung. Im Einzelfall entscheidet dein Landesprüfungsamt. Die Themenhäufigkeiten beruhen auf einer eigenen Auswertung von Gedächtnisprotokollen und sind ohne Gewähr.







