Die häufigsten Themen
Grundlage ist unsere Auswertung von Gedächtnisprotokollen mündlicher Physikumsprüfungen mit zusammen rund 546.000 Wörtern. Die Zahl gibt an, wie oft ein Themenbegriff im Text genannt wird. Sie zeigt, welches Gewicht ein Thema in den Protokollen hat, nicht die Wahrscheinlichkeit, dass es in deiner Prüfung drankommt.
| Platz | Thema | Nennungen | Worauf die Fragen zielen |
|---|---|---|---|
| 1 | Reflexe und Segmente | 778 | Verschaltung, Segmentzuordnung, Hinweise auf eine zentrale Läsion |
| 2 | Liquor, Ventrikelsystem, Hirnhäute | 555 | Liquorzirkulation, Foramina, epidurale und subdurale Räume |
| 3 | Schilddrüse und N. laryngeus recurrens | 319 | Gefäßversorgung, Gefährdung des Nervs bei Operationen |
| 4 | N. facialis | 189 | Verlauf, Faserqualitäten, zentrale und periphere Parese |
| 5 | Pyramidenbahn | 114 | Kreuzung, Verlauf durch die Capsula interna, Ausfälle |
| 6 | N. trigeminus | 114 | Äste, Versorgungsgebiete, Austrittsstellen |
| 7 | Plexus brachialis | 110 | Aufbau, Endäste, typische Nervenschäden an der Hand |
| 8 | Orbita und Auge | 106 | Augenmuskeln und ihre Innervation, Horner-Syndrom |
| 9 | Capsula interna | 99 | Gliederung, Faserverläufe, Ausfälle bei Blutungen |
| 10 | Larynx | 93 | Knorpel, Innervation, Funktion der Stimmlippen |
| 11 | Leistenkanal | 81 | Aufbau, Inhalt, klinische Bedeutung |
| 12 | Herz | 63 | Koronarversorgung und Klappen |
Dahinter folgen feste Blöcke, die ebenfalls regelmäßig auftauchen: die Speicheldrüsen mit dem Geflecht des N. facialis in der Parotis, die Leberpforte mit den portokavalen Anastomosen, Lungenlappen, Fissuren und Hilus, die Lage des Uterus und sein Halteapparat, die Engstellen des Ureters und die Foramina der Schädelbasis.
Auffällig ist das Gewicht der Neuroanatomie. Unter den zehn häufigsten Themen stammen sieben aus dem Nervensystem. Wer Reflexe, Bahnen, Hirnnerven und den Plexus brachialis sicher erklären kann, deckt einen großen Teil der mündlichen Anatomieprüfung ab.
Wie in Anatomie geprüft wird
In den Protokollen beginnt die Anatomieprüfung häufig an einem Präparat oder einem histologischen Schnitt. Zuerst geht es um die Diagnose, dann um die Merkmale, an denen du sie erkennst, dann um Funktion und Versorgung. Danach wechselt das Gespräch oft in die makroskopische Anatomie oder die Neuroanatomie.
Zwei Frageformen kommen besonders oft vor. In einer zweiten Auswertung von 35 Anatomie-Protokollen stand die Frage, wie etwas aufgebaut ist, in 8 Protokollen, die Frage, was an einer Struktur besonders ist, ebenfalls in 8. Beide sind Einladungen, strukturiert zu erzählen, und genau dort trennt sich eine gute von einer mittelmäßigen Antwort.
Rechne außerdem mit Detailfragen. In Anatomie wird gern nach genauen Segmenten, nach Varianten und nach Anastomosen gefragt. Wenn du eine Zahl sicher weißt, nenne sie, statt auf die Nachfrage zu warten.
So baust du eine Antwort auf
Eine gute Antwort hat eine erkennbare Reihenfolge. Sie gibt dir Halt, wenn die Nervosität steigt, und zeigt der Kommission, dass du Zusammenhänge verstehst:
- Einordnen. Was ist die Struktur, und zu welchem System gehört sie?
- Topographie. Wo liegt sie, was grenzt an, wie wird sie versorgt und innerviert?
- Funktion. Was leistet sie, und wie hängt das mit ihrem Aufbau zusammen?
- Klinik. Was passiert bei einer Schädigung, und woran erkennt man das?
Nimm die Nachfrage vorweg. Bist du beim N. facialis angekommen, liegt die Frage nach einer Operation an der Parotis nahe. Wer sie selbst anspricht, lenkt das Gespräch zu einem Thema, das er beherrscht.
Anatomie mündlich üben
- Aus dem Kopf zeichnen. Skizziere den Plexus brachialis, die Ventrikel oder die Gefäße der Schilddrüse ohne Vorlage und erkläre dabei laut, was du zeichnest.
- Bilder beschreiben. Nimm eine Abbildung aus dem Atlas oder ein histologisches Bild und sprich zwei Minuten darüber, ohne abzulesen.
- Von der Läsion rückwärts denken. Nimm ein Symptom wie eine Fallhand oder ein hängendes Augenlid und leite her, wo die Schädigung liegt.
- Unter Zeitdruck antworten. Stell einen Timer und beantworte jede Frage in höchstens einer Minute. Wie das ohne Lernpartner geht, steht in Mündliches Physikum alleine üben.
Häufige Fragen
Was wird im mündlichen Physikum in Anatomie am häufigsten gefragt?
In den ausgewerteten Protokollen sind Reflexe und ihre Segmente mit Abstand das häufigste Thema, gefolgt von Liquor, Ventrikelsystem und Hirnhäuten sowie der Schilddrüse mit dem N. laryngeus recurrens.
Wird im mündlichen Physikum auch Histologie geprüft?
Ja, die mikroskopische Anatomie gehört zum Fach Anatomie. Laut den Protokollen beginnt die Prüfung oft an einem histologischen Schnitt oder einem Präparat.
Wie lange wird Anatomie im mündlichen Physikum geprüft?
Die Approbationsordnung legt keine Dauer je Fach fest. Sie schreibt 45 bis 60 Minuten je Prüfling für die gesamte mündliche Prüfung in allen drei Fächern vor (§ 24 Abs. 1).
Muss ich im mündlichen Physikum zeichnen?
Oft ja. Skizzen von Nervenverläufen, Gefäßversorgung oder Schnittbildern kommen in vielen Protokollen vor. Übe deshalb, die wichtigsten Strukturen aus dem Kopf zu zeichnen.
Quellen
Die Regeln stammen aus der Approbationsordnung für Ärzte in der zum Prüfdatum geltenden Fassung. Im Einzelfall entscheidet dein Landesprüfungsamt. Die Themenhäufigkeiten beruhen auf einer eigenen Auswertung von Gedächtnisprotokollen und sind ohne Gewähr.







